Bei der Gestaltung von Integrativen Gruppen haben sich Elemente aus unterschiedlichen Bereichen bewährt und wurden in das Gesamtkonzept Integrative Voltigier- und Reitpädagogik® eingebunden.
Die Methoden werden während der Weiterbildung theoretisch und praktisch vorgestellt und in die Voltigier- und Reitpädagogik integriert.
Änderungen der Inhalte bleiben der Ausbildungs-Leitung vorbehalten.
Tiergestützte Pädagogik
Die positive Wirkung vom Tier auf den Menschen ist schon lange bekannt und wurde in den 60er – Jahren neu entdeckt. Den endgültigen Durchbruch brachte der Erfahrungsbericht des Kinderpsychotherapeuten Boris M. Levinson 1969, seitdem setzen sich Fachleute unterschiedlicher Professionen mit diesem Thema auseinander.
Mittlerweile werden Tiere in vielen verschiedenen Bereichen sehr erfolgreich eingesetzt.
Einer dieser Teilbereiche ist die Freizeitpädagogik, die als Unterkategorie der Sozialpädagogik definiert wird.
Der Einsatz von verschiedenen Tierarten im Rahmen der Integrativen Voltigier- und Reitpädagogik® neben dem Hauptakteur Pferd bietet eine Vielzahl von Chancen und Möglichkeiten um Entwicklungsprozesse zu begleiten, Stärken zu fördern und Ressourcen zu erweitern.
Aufgrund der artspezifischen Verhaltensweisen unterschiedlicher Tierarten werden unterschiedliche Impulse und Schwerpunkte gesetzt.
Tiergestützte Angebote entfalten ihre Wirkung nur dann, wenn die Pädagoginnen kompetent und die Tiere ausreichend vorbereitet und geschult sind.
Zahlreiche Studien bestätigen die ganzheitliche Beeinflussung des Menschen durch das Tier.
Integrationspädagogik
Wichtigstes Ziel der integrationspädagogischen Arbeit ist es, Beiträge zur Entwicklung einer menschengerechten Gesellschaft, die eine Gesellschaft der Nicht-Aussonderung ist, zu leisten. Die theoretische Fundierung und die Unterstützung bei der Gestaltung von Lebens- und Lernwelten, die für alle Menschen, ob mit oder ohne Behinderung die größtmögliche Chance auf persönliche Entwicklung bieten, stellt den Kernbereich der Arbeit dar.
Menschen mit Behinderung erleben in integrativen Gruppen mehr Lebendigkeit als in einer künstlichen und eigens für sie konstruierten Welt.
Gemeinsamkeit wird zur Selbstverständlichkeit und Aussonderung begründungspflichtig. Wichtige Grundlagen sind die humanistische Psychologie und das dialogische Prinzip.
Integrationspädagogik bedeutet eine „Pädagogik der Nichtaussonderung und Vielfalt“, die Menschen mit Behinderungen jeden Alters in alle Lebensbereiche mit einbezieht.
Inklusion
kann als Weiterentwicklung des Integrationsgedankens verstanden werden. Es wird dabei verstärkt auf das System fokussiert, statt das Problem des Einzelnen im Augenmerk zu haben. Das System schafft Rahmenbedingungen, die allen Menschen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglichen und nicht der einzelne sich anpassen muss. Es geht diesem Verständnis nach nicht um die Einbeziehung einer Gruppe von Menschen mit Schädigungen in eine Gruppe Nichtgeschädigter, vielmehr liegt die Zielsetzung in einem Miteinander unterschiedlichster Mehr- und Minderheiten - darunter auch die Minderheit der Menschen mit Behinderungen.
Systemische Grundhaltung / Systemische Methoden für die pädagogische Praxis
Systemisch heißt, den Menschen im Kontext seiner Beziehungen, seiner „Welt“ zu sehen, ihn als Teil eines Systems zu begreifen, dass mit ihm und mit dem er. In Wechselbeziehung steht.
Die Pädagogin versteht sich als Teil des Systems. Sie beeinflusst durch ihre Art und Weise des Handelns, durch ihre Werthaltungen und durch ihre Sichtweise die Menschen mit denen sie arbeitet.
Indem es ihr gelingt eine Metaposition einzunehmen, kann sie erkennen, wie sie mit verstrickt ist und dadurch wird der Blick auf neue Wege und auf Änderungsmöglichkeiten frei.
Montessoripädagogik
Menschen jeden Alters wird mit Achtsamkeit und Respekt begegnet. Die Pädagogin schafft eine vorbereitete Umgebung, in der innerhalb von klaren Grenzen selbständig gearbeitet werden kann. Jeder Mensch hat die Möglichkeit in seinem eigenen Tempo zu lernen und Erfahrungen zu machen.
Die Pädagogin versteht Entwicklung als multifaktorellen und interaktiven Prozess, der nach dem inneren Bauplan des Menschen verläuft.
Sie nimmt eine begleitende, beobachtende und zurückhaltende Rolle ein.
Erlebnispädagogik
Erlebnispädagogik legt Wert auf gruppenbezogene Lernprozesse.
Reflexion und Diskussion ergeben sich aus dem gemeinsam erlebten Erfahrungen und Aktivitäten. Die Erlebnisse in der Natur und in der Gruppe fördern psychosoziale, psychomotorische und kognitive Lernprozesse.
Gerade Menschen mit Behinderungen werden oft überbehütet, um sie vor Überforderung und Gefahren zu bewahren. Allerdings entgeht ihnen dadurch auch die Chance, Eigenverantwortung zu übernehmen und in ihrem individuellen Tempo zu reifen und zu wachsen.
Im Rahmen von Erlebnispädagogischen Angeboten, können Handlungskompetenzen erweitert werden. Abenteuer, Erlebnisse, Spannung sind menschliche Grundbedürfnisse. Tier und Natur bieten Menschen mit und ohne Behinderung ein lustbetontes Erlebnisfeld.
Das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung bereichert alle Beteiligten.
Kommunikation nach T.Gordon
Die Methode nach Thomas Gordon bietet Grundlagen für eine wertschätzende Kommunikation und Konfliktlösungen ohne Verlierer. Durch aktives Zuhören, Offenheit und Toleranz werden Beziehungen verbessert und intensiviert.
Spezielle Fertigkeiten ermöglichen Grenzen zu setzen ohne die Beziehung zu gefährden und Konflikte so zu lösen, dass alle Beteiligten zufrieden sind.
Der achtsame Sprachgebrauch der Pädagogin hat wichtige Vorbildwirkung. Die Pädagogin unterscheidet zwischen Verhalten und Urteil und leitet die teilnehmenden Kinder und Jugendliche und Erwachsene dabei an eine konstruktive Konfliktkultur zu etablieren.
Neurolinguistisches Programmieren
NLP ist ein Modell das uns hilft zu verstehen, wie wir die Welt erfahren, und wie wir unser Denken, unsere Gefühle und unser Verhalten organisieren.
Es ermöglicht uns leichter und genauer uns auf das Weltbild, die Realität unseres Gegenübers einzustellen. Es geht darum, die Wahrnehmung zu schärfen und die Flexibilität zu erhöhen, und so Wahlmöglichkeiten unseres Verhaltens zu erkennen.
Motopädagogik
Bewegung ist die erste und wichtigste Kommunikationsform des Menschen. Jede Bewegungshandlung bedeutet Kontaktaufnahme, Erfahrungen an und mit seinem Körper.
Das Konzept der Motopädagogik basiert auf einem ganzheitlichen Menschenbild, das die Grundlage jeglichen Handelns in einem positiven Körpergefühl sieht. Auf diesem Fundament, kann der Mensch „aus sich selbst schöpfen“.
Natural Horsemanship
Ist eine Philosophie die auf dem Verständnis für die Psychologie und Physiologie des Pferdes und des Menschen aufbaut. Es geht um Grundhaltungen in der Mensch-Pferd-Beziehung basierend auf gegenseitigem Respekt aus der natürliche partnerschaftliche Kommunikation möglich wird.
Klassische Dressur
Die Ausbildung nach den alten Meistern legt großen Wert unter Einbezug der anatomischen Voraussetzungen jedes Pferdes, dieses zu gymnastizieren und für seine Aufgabe als Reitpferd sowohl an der Hand als auch unter dem Sattel bestmöglich vorzubereiten. Die Pferde haben Freude an der Arbeit, gewinnen an Haltung, Ausdruck und Selbstbewusstsein. Klassische Dressur ist ein wichtiger Bestandteil zur Erhaltung der physischen und psychischen Gesundheit der Pferde.
Centered Riding ®
Diese Methode wurde von Sally Swift entwickelt und stellt einen neuen Weg des Erklärens klassischer Prinzipien des Reitens dar. Selbstwahrnehmung, Körperbewusstsein und richtige Atmung werden besonders beachtet.
Über Körperarbeit und innere Bilder werden die physischen und psychischen Voraussetzungen des Reiters / der Reiterin verbessert um eine präzise und feine Kommunikation zwischen Mensch und Pferd zu ermöglichen.
Centered Riding eignet sich auch für die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen.
Auch beim Voltigierunterricht kommen Elemente des Centered Riding zum Einsatz.
Zirzensik
Zirzensische Lektionen erhalten das Pferd psychisch und physisch gesund und stark. Es geht um eine achtsame, geduldige und artgerechte Herngehensweise, nicht um das schnelle Erlernen von Tricks.
Die Übungen machen nicht nur Spaß sondern fördern auch die Bindung zwischen Mensch und Pferd.
Auch wenn die Lektionen nicht erreicht werden, dies vielleicht auch gar nicht angestrebt wird, bieten die Übungen zur Dehnung und Körperwahrnehmung jede Menge Vorteile für das Pferd.
Zirkuslektionen und alle vorbereitenden Übungen eignen sich auch für die Arbeit mit Esel.
Auch der Mensch lernt: Wahrnehmungs- und Koordinationsfähigkeiten werden geschult, außerdem sind Einfühlungsvermögen und Geduld gefragt.
Einfühlungsvermögen und Verständnis sind gefragt, denn auch jedes Tier hat Stärken und Schwächen.